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Zwischen Sekt und Selbstzweifel: "No Hard Feelings" von Genevieve Novak

  • Tara Yakar
  • 7. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 22 Stunden

Dating-Frust, Zukunftsängste und Selbstwertprobleme: In Genevieve Novaks Debütroman "No Hard Feelings" muss Penny zahlreiche Herausforderungen bewältigen – und zieht die Leser*innen dabei durch eine ganze Gefühlspalette. Ein unterhaltsamer Roman über Erwartungen, Selbstsabotage und den Druck, der uns oft zu ungesunden Entscheidungen treibt.


28.01.2024

von Tara Yakar



Penny hat versagt – zumindest, wenn sie sich mit ihren Freundinnen vergleicht, die entweder in einer erfolgreichen Beziehung stecken oder karrieretechnisch durchstarten. Ihr hingegen bleibt nur die aussichtslose On-Off-Beziehung mit Max. Zwischen exzessivem Alkoholkonsum, Panikattacken und Therapiestunden begibt sich die junge Sales-Managerin auf die Suche nach ihrem Selbstwert und stellt dabei fest, wie schwer es ist, alte Gewohnheiten loszulassen und das eigene Leben neu zu ordnen.


Mit Protagonistin Penny beleuchtet Novak die ständige Erwartungshaltung, der wir uns selbst und andere gegenüber sehen.

In Genevieve Novaks "No Hard Feelings" soll Penny bloß keine ernsten Gefühle entwickeln – als Leser*in durchläuft man dabei jedoch eine ganze Gefühlspalette. Denn auch wenn Pennys Zukunftsängste, ihr Frust auf dem Dating-Markt und ihre Selbstwertprobleme vielen bekannt vorkommen dürften, treibt die Protagonistin einen mit ihrem Verhalten regelmäßig in den Wahnsinn.


Spannende Protagonistin

Ihre durchgehend negative Selbstwahrnehmung und die teils schwer nachvollziehbaren Entscheidungen machen es nicht leicht, echte Sympathie für sie zu entwickeln. Hinzu kommen ihre ständige Selbstsabotage und die Tendenz, Tatsachen und Ereignisse so zu verdrehen, dass sie zwangsläufig im Chaos enden. Was anfangs noch neugierig macht und Mitgefühl weckt, verliert zur Mitte der Geschichte an Stärke. Dennoch gelingt es der australischen Autorin, mit Penny einen Nerv zu treffen, besonders in Bezug auf die allgegenwärtige Erwartung, die wir an uns selbst oder die andere an uns stellen. Genau dieser Druck führt oft zu ungesunden, selbstschädigenden Entscheidungen, für die wir uns später auch noch verurteilen.


Schneller Lesefluss, blasse Nebenfiguren

Penny ist das Resultat dieses Teufelskreises eines fragilen Selbstwertgefühls. Der Roman zieht einen schnell in seinen Bann dank Novaks flüssigem und unterhaltsamem Schreibstil. Abgesehen von Penny bleiben die Nebenfiguren jedoch eher blass und kratzen in ihrer Darstellung oft nur an der Oberfläche. Was vielversprechend beginnt, endet schließlich in einem vorhersehbaren Finale, das der Tiefe der behandelten Themen nicht ganz gerecht wird. Denn obwohl Penny im Laufe der Geschichte eine persönliche Entwicklung durchläuft, sind es am Ende vor allem stereotype und klischeehafte Elemente, die der Leserschaft ein gutes Gefühl mitgeben sollen. Das Ende drängt dabei das wirklich Spannende an der Geschichte in den Hintergrund. Nichtsdestotrotz bleibt "No Hard Feelings" definitiv lesenswert – vor allem für alle, die sich im Leben manchmal verloren fühlen. Denn manchmal hilft es schon zu wissen, dass man mit seinen Problemen nicht allein ist.


Autorin Genevieve Novak lebt in Melbourne und schreibt romantische Komödien sowie Popkultur-Kolumnen. "No Hard Feelings" ist ihr Debütroman. Abgesehen vom Schreiben liebt sie Croissants und ihren Hund Viktor.


Erschienen: 2025 bei Bastei Lübbe, pola. / Seiten: 366

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