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“Man sollte mentale Gesundheit vor allem ernst nehmen” – Collien Fernandes über Träume und den Umgangston in der Gesellschaft

  • Autorenbild: Anika Bentley
    Anika Bentley
  • vor 5 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Als erfolgreiche Moderatorin und Schauspielerin hat Collien Fernandes in der ZDFneo-Produktion BACK FOR MORE die Gelegenheit ergriffen, sich selbst zu spielen – in der Rolle einer VIVA-Moderatorin in den frühen 2000er-Jahren. Die Serie bewegt sich mit dem geplanten Comeback der fiktiven Boyband „Rise“ zwischen verträumter Nostalgie und harter Realität. Im Interview mit dem KULTURA MAGAZIN reflektiert Collien Fernandes das Miteinander in der Gesellschaft und ihre Anfänge in der Medienbranche.


von Anika Bentley und Tara Yakar

10.06.2026


Collien Fernandes auf der Weltpremiere von der ZDFneo-Serie "BACK FOR MORE" auf dem Seriencamp Festival 2026 im Cinenova Köln. Foto: Anika Bentley
Collien Fernandes auf der Weltpremiere von der ZDFneo-Serie "BACK FOR MORE" auf dem Seriencamp Festival 2026 im Cinenova Köln. Foto: Anika Bentley

Collien Fernandes flackert seit mehr als zwei Jahrzehnten über Kinoleinwände und Fernsehbildschirme. Ihre TV-Karriere begann mit einer Gastrolle bei Gute Zeiten, schlechte Zeiten und führte die heute 44-Jährige über ein Casting zur Moderation. Seitdem ist sie aus der deutschen Fernsehlandschaft nicht mehr wegzudenken. Für Formate wie VIVA, Bravo TV und Galileo stand sie regelmäßig vor der Kamera und überzeugt bis heute als Schauspielerin in Produktionen wie Das Traumschiff.


Über ihre Fernsehproduktionen hinaus engagiert sich Collien Fernandes gegen digitale sexualisierte Gewalt, Geschlechterstereotype und für Gleichberechtigung. Als Kolumnistin schreibt sie regelmäßig für die Süddeutsche Zeitung sowie die Zeitschrift Eltern. Dort setzt sie sich unter anderem mit der modernen Mutterrolle und dem Vergleich zwischen ihrer eigenen Jugend und den Herausforderungen heutiger Familien auseinander.


Auch in BACK FOR MORE geht es um das Träumen, insbesondere im Teenageralter. Was würdest du deinem Teenager-Ich heute mitgeben?

Ich glaube, dass viele Menschen unterbewusst von dem beeinflusst werden, was ihnen andere Menschen zutrauen. Ich selbst hätte mir auch ganz andere Sachen zutrauen können, wenn ich nicht durch äußere Einflüsse geprägt worden wäre. Aber insgesamt muss ich sagen: Ich bin total froh, dass ich da gelandet bin, wo ich jetzt bin. Ich darf Dokumentationen drehen und mich mit politischen Themen auseinandersetzen. Darüber freue ich mich sehr, dass ich diesen kurvenreichen Weg so zurücklegen durfte, der mich dorthin gebracht hat, wo ich heute stehe.


Was hättest du dir noch mehr zutrauen können?

Ich finde wissenschaftliche Studien aus dem Bereich der Geisteswissenschaften total spannend und werde gerade auch von vielen kontaktiert, die zu Themen forschen, mit denen ich mich auseinandergesetzt habe. Da denke ich mir, dass vielleicht auch ein Studium in diesem Bereich interessant gewesen wäre. Das wäre etwas gewesen, worauf ich als Kind gar nicht gekommen wäre. Ich hätte niemals gedacht, dass ich vielleicht Wissenschaftlerin werden könnte. Da hat es mir vielleicht einfach an Role Models gefehlt.


KULTURA MAGAZIN beschäftigt sich ebenfalls viel mit Psychologie. Was muss unsere Gesellschaft noch im Umgang mit mentaler Gesundheit lernen?

Ich glaube, man sollte mentale Gesundheit vor allem ernst nehmen. Außerdem habe ich das Gefühl, dass wir alle auch ein bisschen unsensibel zueinander geworden sind. Der Umgangston in der Gesellschaft ist härter geworden, und ich glaube, wir müssen alle etwas behutsamer miteinander sein. Man weiß schließlich nie, was bei anderen Menschen gerade privat los ist. Gerade deshalb sollte man sensibler mit seinen Mitmenschen umgehen.



Anika Bentley hat Kommunikations- und Medienwissenschaften in Bremen und Berlin studiert und schreibt aktuell bei einem Nachrichtenportal für junge Menschen über gesellschaftsnahe Diskurse, Gesundheits- und Verbraucherthemen sowie Trends aus dem Internet.

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